News 06.01.2026
Sinkende Strompreise in 2026: Rückenwind für grüne Energie in Gebäuden
Ralf Lanzrath

Die Bundesnetzagentur rechnet 2026 mit „stabilen oder sinkenden“ Strompreisen – vor allem, weil das Stromangebot durch Erneuerbare wächst. Gleichzeitig werden Netzentgelte zwar teurer, sollen aber durch staatliche Zuschüsse abgefedert werden. Für Immobilien ist das ein Signal: Elektrifizierung und grüne Energie werden wirtschaftlich attraktiver – und genau hier wird unser Geschäftsmodell noch effizienter.
Was steckt hinter der Prognose der Bundesnetzagentur?
Zum Jahreswechsel hat Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller in einem Interview eine klare Erwartung formuliert: Für 2026 sieht die Behörde „stabile oder sinkende“ Strompreise. Der zentrale Treiber: Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wächst das Stromangebot – und das drückt die Erzeugungspreise.
Gleichzeitig bleibt eine Realität bestehen, die viele Eigentümer und Betreiber von Gebäuden kennen: Netzausbau kostet Geld – und das schlägt sich in den Netzentgelten nieder. Die Aussage im Artikel macht aber auch deutlich: Der Staat will diese Mehrkosten über Zuschüsse (genannt werden 6,5 Mrd. Euro) dämpfen, sodass es „unter dem Strich“ nicht zwingend teurer werden muss.
Wichtig für die Praxis: Der Strompreis für Verbraucher besteht nicht nur aus Erzeugungskosten. Netzentgelte, Abgaben und Umlagen spielen weiterhin eine große Rolle. Genau deshalb ist die Botschaft nicht „Alles wird automatisch billiger“, sondern: Die Großwetterlage verbessert sich – und das eröffnet wirtschaftliche Spielräume für die Dekarbonisierung von Gebäuden.
Warum sinkende Strompreise für Immobilien so entscheidend sind
In der Immobilienwirtschaft entscheidet am Ende nicht die Debatte, sondern die Rechnung: CAPEX, OPEX, Amortisation, CO₂-Kosten und Mieter-/Nutzerakzeptanz.
Wenn Strom günstiger wird (oder zumindest stabil bleibt), hat das direkte Auswirkungen auf zentrale Hebel der Gebäudetransformation:
- Wärmewende wird wirtschaftlicher: Elektrische Lösungen – insbesondere im Zusammenspiel mit Effizienzmaßnahmen – werden attraktiver, weil die laufenden Kosten planbarer und häufig günstiger werden.
- Grüner Gebäudebetrieb wird skalierbarer: Wenn grüner Strom besser verfügbar und preislich entspannter ist, lässt sich die Umstellung mehr Objekte schneller wirtschaftlich darstellen.
- E-Mobilität und Lastmanagement profitieren: Sinkende oder volatilere Strompreise erhöhen den Wert von intelligentem Verbrauch (z. B. Laden/Verbrauch dann, wenn Strom besonders günstig ist).
Kurz: Je besser die Strompreisperspektive, desto leichter wird die Business-Case-Logik für elektrifizierte, grüne Gebäude.

Der zweite Teil der Gleichung: Gas bleibt zwar verfügbar – wird aber strukturell teurer
Der Artikel enthält noch ein wichtiges Signal für strategische Entscheidungen: Die Gasversorgung sieht die Bundesnetzagentur aktuell als gesichert – aber langfristig rechnet sie eher mit steigenden Gaspreisen. Gründe sind u. a. steigende CO₂-Abgaben und perspektivisch steigende Gas-Netzentgelte, weil sich die Netzkosten auf weniger verbleibende Gaskunden verteilen. (Hier finden Sie weitere Infos: Gas wird teuer – elektrifizieren wird noch wertvoller)
Für Immobilieneigentümer ist das eine klare Leitplanke:
- Gas ist kurzfristig nicht „weg“, aber
- Gas wird langfristig planungs- und kostenseitig schwieriger – besonders, wenn man 10–20 Jahre in die Zukunft schaut (typische Investitionshorizonte im Gebäudebereich).
Das verstärkt den Trend: Jetzt Entscheidungen zugunsten elektrischer, grüner Systeme zu treffen, wird rationaler – nicht nur ideologisch.
Was das für PAUL bedeutet: Mehr Effizienz, schnellerer Rollout, bessere Konditionen für unsere Kunden
Für PAUL ist diese Entwicklung mehr als eine Nachricht – sie ist Rückenwind für unser Modell:
- Bessere Wirtschaftlichkeit pro Objekt
Wenn Strompreise sinken bzw. stabil bleiben, verbessern sich die laufenden Kosten vieler elektrischer, grüner Versorgungskonzepte. Das macht die Umsetzung in mehr Objekten wirtschaftlich. - Schnellere Entscheidungsprozesse beim Kunden
Je klarer der Kostenpfad ist, desto leichter ist die interne Freigabe: Budget, Rendite, Betriebskostenargumentation und CO₂-Strategie greifen besser ineinander. - Mehr „grüne Energie pro Euro“
Unsere Mission ist es, grüne Energie schneller und günstiger in Gebäude zu bringen. Sinkende Erzeugungspreise und ein wachsendes erneuerbares Stromangebot erhöhen genau diese Effizienz – und schaffen Raum, Vorteile an Kunden weiterzugeben.
Mehr Wert durch Optimierung statt „nur“ Versorgung
Mit mehr erneuerbarem Strom steigen häufig auch Preisunterschiede über den Tag (Stichwort: viel Sonne/Wind vs. wenig). Dadurch werden Betriebsoptimierung, Flexibilität und intelligentes Energiemanagement wichtiger – und genau dort entstehen zusätzliche Einsparpotenziale im Bestand.