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Insight 01.07.2026

Fern­wär­me al­lein reicht nicht. War­um Stadt­wer­ke jetzt den Be­stand neu den­ken müs­sen.

Ralf Lanzrath

Die WirtschaftsWoche beschreibt in ihrer aktuellen Ausgabe ein Dilemma, das viele Stadtwerke kennen: ambitionierte Fernwärme-Ausbaupläne, aber zu wenig neue Kunden. Das Wärmeplanungsgesetz verlangt Handlung, der politische Rückenwind ist weg, und Bürger bestellen wieder Gasheizungen. Für PAUL ist das kein Symptom eines Scheiterns der Wärmewende – sondern ein klares Signal, dass Stadtwerke ihre Strategie um eine zweite Säule erweitern müssen: die dezentrale grüne Wärmeversorgung im Gebäudebestand.

Quelle: "Kalte Liebe", WirtschaftsWoche Heft 27/2026 vom 26. Juni 2026, S. 56, Autoren: Stefan Hajek, Clara Thier
 

Fernwärme wächst langsamer als geplant – das ist strukturell, nicht zufällig
 

Viele kommunale Versorger haben in den vergangenen Jahren Wärmeplanungen aufgelegt, Netzausbauprojekte konzipiert und Millioneninvestitionen vorbereitet. Die Logik war klar: Das Wärmeplanungsgesetz verpflichtet Kommunen zur kommunalen Wärmeplanung, die Fernwärme sollte als zentrale Infrastruktur der Dekarbonisierung profitieren.

Doch die Nachfrage bleibt vielerorts aus. Laut dem Prognos-Wärmeatlas wäre gut die Hälfte aller deutschen Wohnungen für Fernwärme geeignet – versorgt werden bislang rund zehn Prozent. Viele Stadtwerke haben begonnen, ihre Ausbaupläne stillschweigend zu korrigieren. Der Kölner Versorger RheinNetz, der sein Netz von 380 auf 580 Kilometer ausbauen wollte, geht nun von einem "geringeren Ausbauumfang aus". In Frankfurt bleibt man bei den Plänen – räumt aber ein, dass der Wegfall der 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht nicht hilft.

Das ist kein vorübergehender Nachfrageeinbruch. Es ist die Folge einer strukturellen Realität: Fernwärme ist die richtige Lösung für dicht bebaute urbane Lagen mit hoher Wärmedichte und vorhandener Netzinfrastruktur. Aber Deutschland besteht nicht nur aus solchen Lagen.

 

Im Gegenteil: Was ist mit den Gebäuden, die nie ans Netz kommen?
 


Selbst in den ambitioniertesten kommunalen Wärmeplanungen werden dezentrale Lösungen einen substanziellen Teil der Versorgung übernehmen müssen. Wärmeplanungsdaten aus 37 deutschen Großstädten zeigen: Wärmepumpen sollen bis zum Zieljahr auf 27 Terawattstunden kommen – kaum weniger als Fernwärme mit 33 Terawattstunden.

Viele Gebäude liegen dauerhaft außerhalb der Fernwärme-Vorranggebiete. Viele Eigentümer werden nie an ein Wärmenetz angeschlossen sein. Und viele Stadtwerke – gerade außerhalb der großen Zentren – können eine flächendeckende Fernwärmeinfrastruktur wirtschaftlich nicht darstellen. Die Situation in Chemnitz illustriert das beispielhaft: keine Tiefengeothermie, kein geeignetes Flusswasser, kaum Industrieabwärme.

Für diese Gebäude und diese Kunden braucht es eine Antwort. Und das ist die eigentliche strategische Frage: Wie sichern Stadtwerke ihre Rolle als Energiepartner für Eigentümer und Mieter, die sie nie ans Fernwärmenetz anschließen werden?

In dieses Vakuum stoßen bereits neue Systemanbieter vor, die Haushalte mit kompletten Energiepaketen – Wärmepumpe, PV-Anlage, Batteriespeicher, Steuerung und Stromliefervertrag aus einer Hand – bedienen. Sie greifen damit nicht nur den Gerätehandel an. Sie greifen die Kundenbeziehung an, die Stadtwerke jahrzehntelang als selbstverständlich betrachtet haben.
 

Was Stadtwerke jetzt brauchen: eine dezentrale zweite Säule

Stadtwerke, die die Wärmewende gewinnen wollen, brauchen neben dem Fernwärmenetz eine skalierbare dezentrale Strategie für den Gebäudebestand. Nicht als Notlösung, sondern als eigenständige zweite Säule.

Diese zweite Säule muss drei Dinge leisten: 

  1. grüne Wärme auch dort, wo kein Fernwärmenetz liegt
  2. Kundenbindung im B2C- und B2B-Segment gegen neue Systemwettbewerber
  3. Umsetzungskompetenz, die schnell skaliert – ohne jahrelange Infrastrukturplanung.
     

     

Wie PAUL Stadtwerken dabei konkret hilft

PAUL ist seit 2017 spezialisiert auf die Dekarbonisierung unsanierter Mehrfamilienhäuser im Bestand – über 1.700 Gebäude mit mehr als 26.000 Wohneinheiten in Betrieb. Unser Modell basiert auf KI-basiertem Betrieb des gesamten Energiesystems, keinen CapEx für den Eigentümer und nachweisbaren Ergebnissen: bis zu 77 Prozent Reduktion des Primärenergieverbrauchs, CO2-Emissionen aus der Heizung nahe null, Vorlauftemperaturen unter 55 °C auch in unsanierten Bestandsgebäuden aus den 1950er und 1970er Jahren.

Für Stadtwerke bedeutet die Zusammenarbeit mit PAUL eine konkrete Antwort auf diese Lücke:

  • PAUL liefert Technologie und Betrieb. Wärmepumpen-Kaskaden, PV-Anlagen, Batteriespeicher und KI-Steuerung – komplett aus einer Hand, 24/7 betrieben von PAUL.
  • Das Stadtwerk behält die Kundenbeziehung. Eigene Steuerbox, HEMS, Stromprodukt, PV-Integration – das Stadtwerk ergänzt das Energiesystem mit seinen Produkten und bleibt der Energiepartner des Kunden.
  • Drei Kooperationsmodelle ermöglichen flexible Einstiege:
    1.    White Label (das Stadtwerk verkauft Wärme an eigene Kunden, PAUL liefert die Anlagen)
    2.    Investor-Modell (das Stadtwerk investiert in die Anlage, PAUL übernimmt die Betriebsführung) oder 
    3.    Joint Venture.
     

Fazit: Die Wärmewende im Bestand wartet nicht auf das Fernwärmenetz

Fernwärme ist ein wichtiger Teil der Lösung – aber sie kann nicht alles leisten. Nicht flächenmäßig, nicht strukturell, nicht schnell genug. Haushalte, die nie ans Fernwärmenetz kommen, treffen heute ihre Entscheidung: für oder gegen grüne Wärme, mit oder ohne Stadtwerk.

Die Frage ist nur, wer diese Kunden begleitet.

PAUL arbeitet gemeinsam mit Stadtwerken daran, dass die Antwort klar ist. Die Wärmewende wird nicht im Netzplan gewonnen. Sie wird im Heizungskeller gewonnen – Gebäude für Gebäude.
 

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