Events 14.10.2026
Weniger Gas. Mehr Gesprächsstoff
Ralf Lanzrath

EXPO REAL 2026
PAUL Tech, windhagerNXT und BWT zeigen, wie sich Gebäudebestand weiterdenken lässt. Mit einer neuen Perspektive für Gasetagenheizungen, Wärme als Dienstleistung – und einer Kaffeebar, die ebenfalls gut ausgelastet war.
Eine Immobilienmesse ist ein guter Ort für große Versprechen. Der Gebäudebestand ist ein guter Ort, um sie zu überprüfen.
Denn spätestens vor einer Gasetagenheizung wird aus der allgemeinen Forderung nach Dekarbonisierung eine ziemlich konkrete Aufgabe: Wie lässt sich die Wärmeversorgung umstellen, ohne das ganze Gebäude erst einmal neu erfinden zu müssen? Was kann bleiben? Was muss ersetzt werden? Und wer kümmert sich anschließend darum, dass die Lösung im Alltag funktioniert?
Mit diesen Fragen im Gepäck waren PAUL, windhagerNXT und BWT vom 5. bis 7. Oktober auf der EXPO REAL 2026 in München vertreten. Der gemeinsame Auftritt stand unter dem Leitgedanken „Building Value“: bestehende Infrastruktur intelligent nutzen, neue Technologien gezielt ergänzen und Gebäude dadurch weiterentwickeln.
Unser Stand war gut besucht. Es gab zahlreiche Vertriebsgespräche, viel Interesse an der technischen Allianz und besonders positive Resonanz auf die neue MicroWIN. Auch die Kaffeebar war durchgehend gefragt.
Letzteres hatte allerdings noch einen weiteren, sehr guten Grund. Dazu später.
Kleine Wärmepumpe. Große Bestandsfrage.
Kleine Wärmepumpe. Große Bestandsfrage.
Nicht jedes Mehrfamilienhaus hat einen zentralen Heizkessel, den man durch eine neue Wärmeversorgung ersetzen kann. Bei Gebäuden mit Gasetagenheizungen beginnt die Aufgabe in den einzelnen Wohnungen.
Genau dort setzt MicroWIN von windhagerNXT an.
Die auf der Messe vorgestellte Neuheit ist als dezentrale Wärmepumpenlösung für den Ersatz bestehender Gasetagenheizungen vorgesehen. Das Konzept: eine Wärmepumpe je Wohnung, die Wärme und Warmwasser wohnungsweise bereitstellt. Die Umstellung soll Wohnung für Wohnung erfolgen, ohne die Wärmeverteilung im Gebäude aufwendig zentralisieren zu müssen. Vorhandene Leitungen und Heizkörper können dabei weitergenutzt werden; eine gemeinsame Wärmequelle versorgt die einzelnen Wohneinheiten.
Die dezentrale Struktur bleibt. Die fossile Wärmeerzeugung soll gehen.
Für Eigentümer liegt genau darin die interessante Perspektive: Nicht das Gebäude muss sich zwangsläufig einem einzigen technischen Standardschema unterordnen. Die Lösung orientiert sich an der vorhandenen Struktur.
Das ist kein Versprechen, dass sich jedes Objekt ohne Anpassungen umstellen lässt. Es ist ein Ansatz, der vorhandene Infrastruktur bewusst einbezieht, statt ihren vollständigen Ersatz zum Ausgangspunkt zu machen.
MicroWIN wurde als kommende Produktlösung präsentiert. Der Zuspruch auf der Messe bestärkt uns darin, diesen Weg gemeinsam weiterzuverfolgen.

Drei Logos sind noch keine Lösung.
Ein gemeinsamer Messestand lässt sich relativ einfach organisieren. Eine gemeinsame Lösung muss mehr können.
Die Aufgabenverteilung der Allianz ist deshalb entscheidend: windhagerNXT bringt die MICRO-Wärmepumpentechnologie ein. BWT ergänzt die Lösungen für Heizungs- und Trinkwasser. PAUL verbindet die Technologien mit Planung, Umsetzung, intelligenter Steuerung und laufendem Betrieb. Und das im Contracting.
Damit geht es nicht darum, möglichst viele Geräte nebeneinanderzustellen. Es geht darum, ihre Zusammenarbeit zu organisieren.
BWT beispielsweise adressiert mit der Aufbereitung des Heizungswassers den Schutz von Heizsystemen und Wärmetauschern vor Steinbildung und Korrosion. PAUL bringt eine KI-gestützte Regelung ein, die den Betrieb laufend optimiert und auf die Anforderungen des Gebäudes reagiert. Aus einzelnen technischen Leistungen soll so ein durchgängiges Gesamtsystem werden
Für Bestandshalter ist das die wichtigere Botschaft als die Zahl der ausgestellten Komponenten: Wer eine Wärmeversorgung modernisiert, braucht nicht nur passende Technik. Er braucht ein funktionierendes Zusammenspiel – und klare Verantwortung dafür.
Eigentümer brauchen Wärme. Keinen neuen Nebenjob.
Eine Immobilie zu besitzen, sollte nicht voraussetzen, nebenbei noch eine zweite Karriere als Heizungsmanager zu beginnen.
Deshalb steht bei PAUL nicht der Verkauf einzelner Anlagen im Mittelpunkt, sondern die Wärmelieferung. Heat-as-a-Service bedeutet: Planung, Bau, Betrieb und Wärmelieferung aus einer Hand – über die Vertragslaufzeit. Im vorgestellten Contracting-Modell übernimmt PAUL die Betriebs- und Effizienzverantwortung. Je nach Projekt und gewähltem Modell ist die Umsetzung auch ohne eigene Investition des Eigentümers in die Anlagentechnik möglich.
Diese Logik verbindet die zentrale und die dezentrale Perspektive: PAUL Net Zero adressiert Gebäude mit zentraler Wärmeversorgung. Die vorgestellte Wohnungslösung mit MicroWIN soll den Ansatz auf Gebäude mit Gasetagenheizungen erweitern. Die Technik unterscheidet sich; der Anspruch an eine durchgängige Betreuung bleibt.
Für Wohnungsunternehmen, kommunale Bestandshalter und Immobilieninvestoren ist das eine strategische Frage. Ein Portfolio besteht schließlich nicht aus identischen Musterhäusern.
Wer es weiterentwickeln will, muss unterschiedliche Ausgangslagen berücksichtigen: die vorhandene Heizungsstruktur, notwendige Eingriffe, Investitionen und den späteren Betrieb. Der Wert eines Konzepts zeigt sich daran, ob es diese Fragen zusammenbringt – nicht daran, wie eindrucksvoll sein Datenblatt aussieht.

Auch die Kaffeebar hatte ein überzeugendes Betriebskonzept.
Bei aller Technik darf ein weiterer Erfolgsfaktor unseres Messeauftritts nicht unterschlagen werden: Ella.
Mit Barista Ella Simon stand eine Expertin hinter der Maschine, die deutsche Meistertitel in unterschiedlichen Kaffee-Disziplinen gewonnen hat. Entsprechend ernst nahm sie auch auf unserem Stand das Ergebnis in der Tasse. Juel Coffee
Den besten Kaffee der Messe? Das bleibt selbstverständlich eine Geschmacksfrage. Unsere Meinung dazu ist allerdings ziemlich eindeutig. Zumal das Wasser BWT gefiltert vom Feinsten war.
Die Kaffeebar war durchgehend gefragt und gab unserem Stand neben aller Fachlichkeit etwas, das keine Präsentationsfolie ersetzen kann: Gastlichkeit.
Ein guter Espresso ersetzt keine gute Wärmeplanung. Aber für ein Gespräch darüber ist er ein ziemlich überzeugender Anfang.

Nach München kommt der Bestand.
Was nehmen wir aus diesen drei Tagen mit?
Viele Vertriebsgespräche. Positive Resonanz auf unsere technische Allianz. Und großes Interesse an einer Lösung, die den Ersatz von Gasetagenheizungen wohnungsweise denkt.
Für uns liegt die wichtigste Botschaft dahinter:
Die Wärmewende im Bestand braucht unterschiedliche technische Wege – aber keine zusätzliche Unübersichtlichkeit für Eigentümer.
Genau daran arbeiten PAUL, windhagerNXT und BWT gemeinsam: vorhandene Infrastruktur sinnvoll einbeziehen, Technologien aufeinander abstimmen und die Umsetzung mit dem späteren Betrieb zusammendenken.
Danke an alle, die mit uns diskutiert, nachgefragt und ihre Perspektiven eingebracht haben. Danke an unsere Partner und das gesamte Standteam. Und danke an Ella, die dafür gesorgt hat, dass auch die Gesprächspausen ausgesprochen gute Gründe hatten.
Die Messe ist vorbei. Die Arbeit am Bestand nicht.
Wie sieht der nächste Schritt für Ihren Bestand aus?
Ob zentrale Wärmeversorgung oder Gasetagenheizungen: Sprechen wir darüber, welcher Weg für Ihre Gebäude infrage kommt – technisch, wirtschaftlich und im laufenden Betrieb.