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Insight 09.05.2026

Das GMG ist ein po­li­ti­scher Kom­pro­miss. Die Wär­me­pum­pe bleibt die wirt­schaft­li­che Ant­wort.

Ralf Lanzrath

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz GMG setzt auf Bio-Brennstoff statt klarer Wärmwende. Warum das Eigentümer, Mieter und Klima nicht ausreichend schützt. Und warum die Wärmepumpe im Bestand wirtschaftlich die bessere Lösung bleibt.

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz soll den Streit um das Heizen befrieden. Weniger Zwang, mehr Technologieoffenheit, mehr Entscheidungsfreiheit für Immobilien Eigentümer: politisch ist das nachvollziehbar. Ökonomisch bleibt es jedoch ein Minimal-Kompromiss.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht. Darf ich weiter Gas- und Ölheizungen einbauen? Die entscheidende Frage lautet: Welche Lösung schützt Eigentümer, Mieter und Immobilienwerte über die nächsten 20 bis 30 Jahre vor steigenden Energie, CO2- und Regulierungskosten?

Aus dieser Perspektive bleibt die Wärmepumpe die stärkste Lösung - nicht aus Ideologie, sondern aus reiner Wirtschaftlichkeit.

1. Was das GMG verändert

Das neue GMG soll das bisherige Gebäudenergiegesetz (GEG) deutlich entschärfen. Neue Öl- und Gasheizungen sollen weiterhin eingebaut werden. Allerdings müssen neue fossile Anlagen ab 2029 stufenweise mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden. Zunächst 10%, 2030 dann 15%, 2035 schließlich 30% und 2040 bis zu 60%. Genannt werden hier Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas und klimaneutrale Wasserstoffarten (der Champagner der Brennstoffe).

Das klingt pragmatisch. Tatsächlich verschiebt es aber nur die ökonomische Last: weg vom heutigen Investitionsentscheid, hin zu laufenden Brennstoffkosten, CO2-Kosten, Netzentgelten und Verfügbarkeitsrisiken.

Die Bundesregierung hatte mit dem bisherigen GEG den Grundsatz verfolgt, dass neue Heizungen spätestens ab Mitte 2028 mit mindestens 65% erneuerbarer Energie laufen soll; verbunden mit der aufwändigen kommunalen Wärmeplanung. Gleichzeitig verweist die Bundesregierung darauf, das Heizungen typischerweise 20 bis 30 Jahre genutzt werden - und genau deshalb ist die heutige Investitionsentscheidung so folgenreich zur Erreichung der Ziele.

Gas als erste Wahl der Heizung?

2. Technologieoffenheit ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsrechnung

Technologieoffenheit ist ein gutes Prinzip, wenn alle Technologien unter vergleichbaren Bedingungen bewertet werden. Das GMG droht jedoch eine riskante Gleichsetzung zu erzeugen: Gasheizung plus künftigen Bioanteil erscheint kurzfristig einfach, kann langfristig aber sehr teuer werden.

Der Grund ist simpel: Biomethan, Bioöl und grüner Wasserstoff sind nicht beliebig verfügbar. Das Umweltbundesamt (UBA) weist darauf hin, dass Biomasse mit anderen Nutzung konkurriert, der Anbau von Biomasse flächenintensiv ist und die Potenzial von Abfall- und Reststoffen relativ klein ist. Das UBA empfiehlt daher vorrangig Wärmenetze, wo verfügbar, oder Wärmepumpen. Biomasse sollte besonders dort eingesetzt werden, wo Alternativen schwer umsetzbar sind.

3. Die Wärmpumpe gewinnt, weil sie weniger Energie braucht

Die Wärmepumpe ist nicht deshalb stark, weil sie politisch bevorzugt wird. Sie ist stark, weil sie physikalisch effizienter ist. Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und macht daraus Heizwärme. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 entstehen aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme. Je höher die Jahresarbeitszahl, desto effizienter, klimafreundlicher und kostengünstiger arbeitet das Heizsystem. Zum Vergleich: Eine Gasheizung hat eine Jahresarbeitszahl von ca. 0,9; also durchschnittlich viermal schlechter als eine Wärmepumpe.

Diese Effizienz verändert die gesamte Wirtschaftlichkeitsrechnung. Eine Gasheizung bleibt immer abhängig vom Brennstoffpreis. Eine Öl- oder Gasheizung mit Bioquote ist nicht effizienter und bleibt zusätzlich abhängig von der Verfügbarkeit der grünen Brennstoffe. Eine Wärmepumpe hingegen reduziert den einzukaufenden Energieeinsatz und profitiert von jeder weiteren Dekarbonisierung des gesamten Stromsystems.

Die Bundesregierung selbst verweist darauf, dass der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz kostendämpfend wirkt. Fossile Brennstoffe unterliegen dagegen ab diesem Jahr weiter steigenden CO2-Kosten, zunächst in einem Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne.

4. Für Mieter zählt nicht die Verteilung höherer Kosten, sondern deren Vermeidung

Das GMG will Mieter offenbar dadurch schützen, daß Mehrkosten aus CO2-Abgaben, Gasnetzentgelten und Biobrennstoffquoten zwischen Mieter und Vermieter geteilt werden. Das ist sozialpolitisch verständlich. Es löst aber nicht das eigentliche Problem

Denn auch halbe Mehrkosten bleiben Mehrkosten.

Für Mieter ist die beste Entlastung nicht eine neue Umlagelogik, sondern ein Heizsystem mit niedrigeren und stabileren Betriebskosten. Genau hier wird die Wärmepumpe für den Mietwohnungsbestand interessant. Ariandne-Daten zeigen, dass Haushalte mit Wärmepumpe geringere Heizkosten pro Quadratmeter hatten, als der Durchschnitt der Haushalte.

Für Vermieter ist das ebenfalls entscheidend. Niedrigere Nebenkosten stabilisieren die Warmmiete, reduzieren Konflikte in der Betriebskostenabrechnung und verbessern die Vermietbarkeit. Gerade in einem Markt, in dem Wohnen bezahlbar bleiben muss, ist das kein Nebenaspekt, sondern ein elementarer betriebswirtschaftlicher Faktor.

5. Für Eigentümer und Bestandshalter ist das GMG zu wenig

Das GMG adressiert vor allem den politischen Konflikt um das Heizungsgestz der alten Ampel-Regierung. Es nimmt Druck aus der Debatte, aber es beantwortet nicht ausreichend die praktischen Fragen privater Eigentümer und Immobilienunternehmen:

  • Wie wird die Investition der Heizung finanziert?
  • Wie werden Bestandsgebäude ohne Vollsanierung effizient betrieben?
  • Wie werden Mieter geschützt, ohne notwendige Modernisierungen zu blockieren?
  • Wie kann über 20 Jahre hinweg sicher geplant werden?
  • Wie werden CO2-Kosten, Energiepreise und ESG-Anforderungen im Portfolio beherrschbar?

Die aktuelle Heizungsförderung kann den Umstieg erleichtern. Die KfW nennt für die Förderung für Privathaushalte Zuschüsse bis zu 70% der förderfähigen Kosten, immer unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Gefördert werden unter anderem elektrisch angetriebene Wärmepumpen, Fachplanung, Baubegleitung und Umfeld Maßnahmen.

Doch Förderung allen reicht nicht. Was private Eigentümer und Bestandhalter brauchen, ist ein umsetzbares Modell: Analyse, Planung, Finanzierung, Betrieb, Monitoring und laufende Optimierung aus einer Hand. Genau an dieser Stelle wird die Wärmepumpe vom Einzelprodukt zur wirtschaftlichen Infrastrukturentscheidung.

6. Das PAUL-Szenario: Wärmepumpe plus intelligentem Betrieb

PAUL setzt genau an dieser Systemfrage an. Der Ansatz lautet nicht: einfach eine Wärmepumpe aufbauen. Der Ansatz lautet: den realen Wärmebedarf einer Liegenschaft analysieren, die passende Lösung konzipieren, Wärmepumpen-Kaskaden intelligent steuern und den Betrieb 24/7 optimieren.

PAUL ist grüner Wärmeanbieter für Bestandsgebäude und übernimmt Verantwortung für Betrieb, Effizienz und CO2-Reduktion. Und die KI-basierte Steuerung der Wärmepumpen je nach Bedarf, Nutzung, Wetter und Effizienz macht den Unterschied. Das GMG sagt lediglich: Mehr Optionen im Heizkeller sind erlaubt. PAUL sagt: die richtige Option ist die, die wirtschaftlich am besten funktioniert.

Gerade im Bestand ist dieser Unterschied zentral. Viele Gebäude scheitern nicht an der Wärmepumpe als Technologie, sondern an schlechter Planung, zu hohen Vorlauftemperaturen, fehlendem Monitoring und unklarer Betriebsführung. PAUL adressiert diese Umsetzunglücke, indem Wärme ganzheitlich geliefert wird und immer vom effizienten Ergebnis gedacht wird.

7. Klimaschutzziel CO2 Neutralität: 2045 oder doch 2050?

Das Bundes-Klimaschutzgesetz sieht weiterhin eine Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 vor. Fünf Jahre früher als die Zielsetzung der EU. Kann sich Deutschland diese fünf Jahre erlauben? 

Wenn das GMG nur stärker mit Zwischenlösungen arbeitet ("Fossile Treppe"), muss es sich aber dennoch an diesem Ziel messen lassen. Eine Heizungsstrategie, die neue fossile Anlagen erlaubt und deren Klimawirkung auf künftige grüne Brennstoffanteile verschiebt, ist nur dann glaubwürdig, wenn diese Brennstoffe bezahlbar, verfügbar und sinnvoll priorisiert sind.

Genau daran bestehen Zweifel. Grüne Gase werden in Industrie, Verkehr, Stromsystem und Wärmenetze gebraucht. Sie im großen Stil in Heizungen zu verbrennen, ist volkswirtschaftlich nur dort sinnvoll, wo Alternative fehlen. Für viele Wohngebäude gibt es diese Alternative bereits: die Wärmepumpe. Und mit ihr kann man das Klimaziel sogar früher als 2045 erreichen.

Das GMG schafft po­li­ti­sche Ruhe. Die Wär­me­pum­pe schafft wirt­schaft­li­che Si­cher­heit.

PAUL Tech AG

8. Fazit

Das GMG ist ein politischer Minimal-Kompromiss. Es entschärft den Konflikt um Verbote, aber es löst nicht die ökonomischen Grundprobleme der Wärmewende im Gebäudebestand.

Eigentümer und Immobilieninvestoren brauchen keine Scheinfreiheit, sondern Investitionssicherheit. 

Mieter brauchen keine Kostenaufteilung, sondern niedrigere Betriebskosten

Private Bestandshalter brauchen keine Brennstoffwette, sondern planbare Dekarbonisierung.

Das Klima braucht keine Zieljahr-Debatte, sondern wirksame CO2-Reduktion im laufenden Betrieb - und das jetzt.

PAULs Position: 
Die Wärmewende scheitert nicht an der Wärmepumpe. Sie scheitert an Umsetzung, Finanzierung und Betrieb. Wer diese drei Punkte ganzheitlich löst, macht die Wärmepumpe zur besten Lösung - für Alle.

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